Mentorenprojekt Neukölln - Hilfe beim Einstieg in den Berufsalltag

05.12.2016 | Berlin

Das Mentorenprojekt hat bereits 220 Paare zusammengeführt.

"Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen", sagt ein afrikanisches Sprichwort. Denn nur mit der Hilfe vieler schaffen junge Menschen den Sprung ins Leben. Das gilt auch für Neukölln, fand die Bürgerstiftung Neukölln und rief 2006 das Mentorenprojekt ins Leben.


Schnell fanden sich viele engagierte Bürger, die ehrenamtlich ihre Erfahrungen weitergeben und Jugendlichen in ihren letzten beiden Schuljahren zur Seite stehen wollten. Denn besonders in dieser Zeit – kurz vor dem Schritt ins richtige Leben – brauchen Jugendliche jemanden, der nicht nur bei kleinen Hausaufgaben, sondern auch bei großen Entscheidungen helfen kann, der berät, tröstet und zuhört. Dabei lernen beide Seiten eine oft ganz neue Welt kennen.

Im "Mentorenprojekt Neukölln" begleiten berufstätige Erwachsene Neuköllner Jugendliche ab der 9. Klasse auf der Basis von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung auf ihrem Weg vom Schulabschluss bis zu den ersten Schritten ins Berufsleben. 

Mehr über das Mentorenprojekt erfahren Sie auf www.mentorenprojekt.org

 

Mentorenprojekt Berlin Neukölln

Liljana.

Liljana ist ein ehemaliges Flüchtlingskind aus einem Kriegsgebiet. Als sie ankam hatte sie keine Deutschkenntnisse. Kein Platz zum Lernen in der kleinen Wohnung. Überlastete Lehrer an Brennpunkt-Schulen voller Schüler aus Familien in schwierigen Situationen. Ihre Perspektiven: immer besser.
Mit Svenja hat sie ein neues Vorbild bekommen und jemanden, der ihr zeigt, was man alles erreichen kann. Dank ihrer Unterstützung und mit viel Ehrgeiz holte Liljana alles nach und erreichte den Hauptschulabschluss. Und sie hat noch mehr vor – der Mittlere Schulabschluss soll folgen. Svenja ist sicher: Liljana schafft das.

Svenja.

Svenja weiß, wie straff das Timing sein kann. Und wie man mit guter Organisation dennoch das Projekt erfolgreich abschließt. Als Projektmanagerin steht sie mit beiden Beinen im Berufsleben. Sie lernte Liljana kennen, als diese in der 9. Klasse war. Aus Unsicherheit wurde Selbstbewusstsein. Aus schlechten Noten wurde eine Eins für die Hausaufgaben. Doch gab Svenja Liljana nicht nur Nachhilfe in der Schule, sondern auch im Leben, z. B. durch Liljanas erste Fahrradtour zum Müggelsee. Ohne das Neuköllner Mentorenprojekt, weiß sie, hätten sie sich nie getroffen.

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